Wozu ein digitaler Fachbeirat?

Deutschland hinkt in der digitalen Revolution hinterher: Nur 7 Prozent der deutschen Führungskräfte gelten als Digital Leader. Ein Digitalbeirat könnte helfen.

Die Digitalisierung macht kaum vor einer Branche halt und zwingt viele Unternehmen ihre Geschäftsmodelle gründlich in Frage zu stellen. McKinsey stellte unter den eigenen Kunden fest, dass bereits ein Drittel der Führungskräfte damit rechnet, dass das eigene Geschäftsmodell in den nächsten fünf Jahren „disrupted“, also gänzlich auf den Kopf gestellt, werden könnte. Der Begriff „disrupt“ aus dem Englischen heißt so viel wie „zerstören, spalten, zerreißen“ und bezeichnet Innovation, die eine andere unterbricht oder vollständig verdrängt.

Alarmierend ist jedoch, dass nach McKinsey im Jahr 2015 lediglich 17 Prozent der Unternehmen bereits in digitale Initiativen investieren. Und das, nach dem wir schon vielen Firmen und auch ganzen Branchen dabei zusehen konnten, wie sie den Zug ins digitale Zeitalter verpassten. Lesen Sie dazu weiter in unserem Beitrag Digitale Disruption: Vertreibung aus dem Paradies.

Noch viel mehr Ernüchterung kommt von einer deutschen Studie: Nur 7 Prozent der hiesigen Führungskräfte gelten demnach tatsächlich als „Digital Leader“. Zu diesem Ergebnis kam eine Umfrage von Crisp Research im Auftrag von Dimension Data unter 503 Führungskräften in Deutschland. Besonders Fremd und Selbstbild klaffen stark auseinander.

Was Digital Leadership ausmacht
Digital Leadership beschreibt einen Wandel in der Unternehmenskultur, weg von der hierachieorientierten Kontrollfunktion der Führungskräfte hin zu einem partizipativen, transparenten und vernetzten Arbeiten auf allen Ebenen. Dafür macht sich Digital Leadership Technologie zum Werkzeug. Das kontinuierliche Reflektieren der eigenen Vorgehensweise erzeugt Mut für mehr Risiko jenseits starrer Strukturen und schafft so Raum für Innovation. Genau das ist letztendlich das Ziel.

Zerrissenes Deutschland
Die deutsche Unternehmerlandschaft zeigt ein zerrissenes Bild. Das unterstreicht die Digital Leadership Studie 2016 der Partner CLBO und DGFP, Groß & Cie und Personalwirtschaft, an der 325 Personen aus allen Unternehmensebenen teilnahmen:

Die Bedeutung von Digital Leadership wird zwar als sehr hoch eingestuft (fast 75 Prozent sagen es sei unabdingbar in allen Bereichen), aber fast die Hälfte der Befragten gibt zu, dass es bislang in ihrem Unternehmen kein Thema ist. Auch in Sachen Kompetenzaufbau unterscheidet sich der Anspruch stark von der Wirklichkeit: Mitarbeiter schätzen ihre Kompetenzen im Schulnotensystem als „befriedigend“ ein. Auch die Führungskräfte sehen bei sich selbst Aufholbedarf. Trotzdem hat laut Studie das Anpassen von Führungsprinzipien oder Durchführen von Schulungen wenig Priorität. Und hier wird sich die Katze womöglich in den Schwanz beißen, denn ohne ein neues Führungsverständnis nutzen die besten digitalen Tools nichts.

Auch McKinsey beobachtet eher einen halbherzigen Zugang ohne klares Bekenntnis: „Ninety-five to 99 percent of incumbent companies must choose a different path, not by doing digital on the margin of their established businesses but by wholeheartedly committing themselves to a clear strategy.“

Konkurrenzdruck hilft
Der digitale Wirtschaftsexperte Dr. Holger Schmidt schreibt in seinem Blog, dass Unternehmen die Digitalisierung meist erst durch den Druck der Konkurrenz als strategischen Hebel einsetzen und zitiert damit eine Umfrage der Hamburger Beratung Infront: „Je geringer der Druck, desto eher dient die Digitalisierung nur zur operativen Optimierung einzelner Unternehmensfunktionen.“ Teilbereiche würden dann optimiert werden, aber das Geschäftsmodell bliebe weitgehend gleich. Dies berge eine Gefahr, so Schmidt weiter: „Viele dieser Unternehmen werden dann früher oder später Getriebene, die den digitalen Angreifer näherkommen sehen, aber dann meist zögerlich oder panisch reagieren, selten aber strategisch weitsichtig, was heute bei vielen Verlagen zu beobachten ist.“

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt die zuvor genannte Digital Leadership Studie: Erfolge von direkten Mitbewerbern geben wichtige Impulse, doch an aller erster Stelle steht die Überzeugung und das Vorbild der Unternehmensführung.

Erste wichtige Schritte
Aus der Studie „Digital Disruption Is Redefining Industries“ von Cisco und IMD geht hervor, dass trotz der erheblichen Auswirkungen der digitalen Transformation, 45 Prozent der Entscheider jedoch nicht glauben, dass sie ein Thema für den Vorstand sei. Doch die Ergebnisse der Studie zeigen, dass aufgrund der digitalen Transformation sich schätzungsweise 40 Prozent der Unternehmen in jeder der untersuchten Branchen in einem völlig veränderten Wettbewerbsumfeld wiederfinden werden, und zwar innerhalb der kommenden fünf Jahre.

Demzufolge muss das Board in diesen Belangen aber unbedingt der Sparringspartner für das Top Management sein. Wenn es an Kompetenzen fehlt, kann ein Digitalbeirat als Ratgeber die Geschäftsleitung unterstützen und die zahlreichen offenen Fragen zu den Herausforderungen der Digitalisierung beantworten.

Die Berater der Valuedfriends Deutschland entwickeln gemeinsam mit Ihnen die strategische Neuausrichtung Ihres Unternehmens, übernehmen die operative Umsetzung der Veränderungen und begleiten Sie als aktiver digitaler Fachbeirat.

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