Digitale Strategien sind Chefsache – Der 10 Punkte-Plan für die Initialisierung eines Digitalbeirats

ggggDer digitale Wandel ist längst in der Realität angekommen. Konzerne und mittelständische Unternehmen erkennen, dass sie der Digitalisierungswelle nicht einfach mit einigen isolierten Maßnahmen nachkommen können, sondern eine zukunftsorientierte und tiefgreifende Digitalstrategie notwendig ist.

Die angestrebte Digitalisierung steht und fällt allerdings mit einer eindeutigen Verankerung in der Unternehmens-führung. Daher muss der digitale Wandel ganz oben auf der Agenda der Unternehmenslenker stehen und aktiv von ihnen getrieben werden.

Niemand bezweifelt mehr, dass jedes derzeit existierende Geschäftsmodell in naher Zukunft noch fortbestehen wird, sondern vielmehr durch disruptive Innovationen grundlegend bedroht ist. Gleichzeitig ist es schwierig vorauszusagen, wie sich Marktstrukturen verändern und demzufolge auch auf bestimmte Geschäftsmodelle einwirken werden. Denn die Grundmaterie aus der die Digitalisierung gestrickt ist, ist neben der stetigen Veränderung von Gegebenheiten auch die hohe Geschwindigkeit angesichts des enormen technologischen Fortschritts. Die digitalen Kräfte wirken nachhaltig, so dass laufend neue Businessmodelle entstehen werden. Sie verlangen eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit der weiteren Marktentwicklung, um daraus neue Chancen und wesentliche Herausforderungen für Unternehmen ableiten zu können.

Die Anforderungen an die Geschäftsleitung sind daher immens. Doch häufig mangelt es im Führungsgremium an dem entsprechenden digitalen Know-how. Demzufolge ist es dringend erforderlich, die Führungsmannschaft eines Unternehmens mit digitalen Experten zu verstärken. Dadurch erhalten Unternehmensverantwortliche einerseits wertvolle neue Impulse von außen und andererseits werden bestehende Planungen mit einer externen Sichtweise kritisch hinterfragt und überprüft.

Ein Digitalbeirat steht den Führungskräften als Sparringspartner zur Seite und unterstützt sie dabei, die existenziellen und zahlreichen Fragen rund um die Digitalisierung zu beantworten. Neben einem umfassenden digitalen Know-how bringt ein Beirat auch unternehmerische Expertise mit, um sowohl die strategische, als auch kulturelle und technische Transformation innerhalb der Firma mit anzuschieben.

Aber wie lässt sich ein digitaler Beirat ins Boot holen und auch wirksam im Unternehmen etablieren? Was gilt es hierfür zu beachten? Nachfolgend ein 10 Punkte-Plan, um einen Beirat zu installieren und das Führungsgremium mit digitalen Experten zu verstärken:

1. Die Bedeutung eines Beirats verstehen
Ein digitaler Beirat berät und unterstützt die Geschäftsleitung in Zeiten des digitalen Wandels und trägt somit einen maßgeblichen Anteil zur Innovationsfähigkeit des Unternehmens bei. Er fungiert als Ratgeber für die Entwicklung neuer Geschäftsideen sowie als Sparringspartner für strategische Entscheidungen. Zudem steht er dem Management mit wertvollen Ratschlägen zur Seite, um Möglichkeiten für eine nachhaltige Verbesserung der aktuellen geschäftlichen Situation abzuwägen.

2. Klare Definition der Zielsetzung eines Beirats
Zunächst ist wichtig die Zielsetzung, die mit der Einberufung eines Digitalbeirats einhergeht, genau zu definieren. Digitale Beiräte können entweder allgemein oder aber auch zu speziellen Themen oder Herausforderungen beauftragt werden. Wesentlich ist, dass ein digitaler Beirat aktiv Unternehmen unterstützt, neue Strategien zu entwickeln, diese erfolgreich zu implementieren und die digitale Transformation innerhalb der Organisation anzuschieben.

3. Richtige Auswahl von geeigneten Experten
Zu einem großen Teil hängt die Auswahl der am besten geeigneten Beiratsmitglieder hinsichtlich der spezifischen Fähigkeiten und digitalen Kompetenzen von den vordefinierten Ziele ab. Im Allgemeinen gilt, dass die fachlichen Kenntnisse, Kompetenzen und Fähigkeiten der einzelnen Mitglieder sehr vielfältig, ja sogar heterogen ausgeprägt sein sollten, um auch unterschiedliche Perspektiven beizusteuern. Die Mitglieder sind gewöhnlich gestandene Führungskräfte, die ihre langjährige digitale Expertise einbringen und deren Fokus die Digitalisierung des Unternehmens ist.

4. Festlegung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten
Jedes Unternehmen muss die Aufgaben und Verantwortlichkeiten des digitalen Beirates entsprechend der speziellen Bedürfnisse und der aktuellen geschäftlichen Situation bestimmen. Ein digitaler Beirat setzt sich aus Experten zusammen, die verstehen, welche immensen Auswirkungen die Digitalisierung auf existierende Geschäftsmodelle, bestehende Unternehmensstrukturen und Arbeitsplätze generell und im Detail hat. Zudem wissen sie, welche Maßnahmen wichtig und erfolgversprechend sind, um den digitalen Wandel in Angriff zu nehmen.

5. Eindeutige Formulierung der Erwartungshaltung
Bei der Initialisierung eines Beirats müssen die Erwartungen an die einzelnen Mitglieder klar und eindeutig formuliert werden, um sicherzustellen, dass jeder an der gleichen Zielsetzung arbeitet. Prinzipiell wird ein digitaler Beirat mit Experten besetzt, die neue Sichtweisen vermitteln und wertvolle Impulse von außen einbringen. Daher ist wichtig genauer zu definieren, welche Unterstützung und welcher Beitrag von jedem Mitglied zu welcher Thematik erwartet werden.

6. Schriftliche Vereinbarungen schließen
Für die Beauftragung der einzelnen Beiratsmitglieder sollten individuelle schriftliche Vereinbarungen getroffen werden. Hier wird geregelt, für welche Dauer der digitale Beirat initiiert wird, wie das zeitliche Engagement und die Vergütung der einzelnen Mitglieder aussieht, und wie häufig der digitale Beirat zusammenkommt. Zudem gilt es neben der Zusammenfassung der Erwartungshaltung (s. Punkt 4) natürlich Punkte zur Vertraulichkeit zu regeln und die Mitglieder darauf hinzuweisen, dass sie stets im besten Interesse des Unternehmens zu handeln haben.

7. Optimale Vorbereitung von Meetings
Für regelmäßige Treffen mit dem digitalen Beirat ist entscheidend, dass die Unternehmensführung immer optimal vorbereitet ist. Somit wird sichergestellt, dass Meetings effizient und effektiv durchgeführt werden können und das Führungsgremium auch den maximalen Nutzen aus dem Input der Beiratsmitglieder ziehen kann.

8. Offene Kommunikation unterstützen
Es sollte stets eine offene Kommunikation unter den Beiratsmitgliedern gefördert werden, um wertvolle Diskussionen anzuregen. Digitale Beiräte geben wichtigen Input, der für die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens von grundlegender Bedeutung sind. Daher ist entscheidend, die Ratschläge kritisch und in Hinblick auf die aktuelle geschäftliche Situation zu diskutieren und sich offen über die strategischen und operativen Auswirkungen auszutauschen.

9. Regelmäßige Bewertung der Leistung
Ein digitaler Beirat wird mit einer klaren Zielsetzung (s. Punkt 1) einberufen. Auf Basis dieser Zielsetzung sollte in regelmäßigen Abständen der Input und die Leistung der Beiratsmitglieder bewertet werden. Gleichzeitig muss die Erwartungshaltung (s. Punkt 4) kontinuierlich abgeglichen werden, ob die zuvor definierten Erwartungen dem gewünschten und angestrebten Nutzen entsprechen, um den digitalen Wandel innerhalb der Organisation anzutreiben.

10. Ratschläge bewerten und abwägen
Ein Digitalbeirat unterstützt und begleitet Konzerne und Mittelständler nach bestem Wissen und Gewissen auf ihrem Weg in die Digitalisierung. Er soll das Management mit seiner tiefgreifenden Kompetenz zur Veränderung bewegen, um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens langfristig sicherzustellen. Die finale Entscheidung für strategische und operative Maßnahmen obliegt allerdings letztendlich immer der Geschäftsleitung.

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