Alle Macht den Verlags-Assets – digital richtig genutzt und innovativ kombiniert, verschaffen sie lukrative Wachstumsperspektiven

Viel dreht sich aktuell um die weitreichende Diskussion, wie Medienunternehmen zukünftig neue Erlösquellen erschließen können. Primär im Vordergrund steht dabei vor allem auch die Frage, wie Verlage ihre jetzigen Assets (engl. auch als „Vermögen“) nutzen können, um daraus lukrative Wachstumsperspektiven abzuleiten. Denn die Assets bilden nach wie vor die Grundlage für die Wettbewerbsfähigkeit der Tageszeitungen und verschaffen ihnen – richtig eingesetzt – einen nachhaltigen Marktvorteil.

Zusätzlich zu den Assets haben Zeitungsverlage bestimmte Kernkompetenzen, die bedeutend zum wahrgenommenen Kundennutzen des Endproduktes beitragen. Je nach Ausrichtung können die Kernkompetenzen jedoch variieren und beispielsweise im Bereich Content-Erstellung, in der Produktion oder auch in der IT liegen.

Langfristig werden Medienunternehmen nur durch Wachstum im digitalen Bereich und den Vorstoß in neue Produktsegmente ihre rückläufigen Umsätze im klassischen Print-Geschäft kompensieren können. Eine große Chance bietet daher zukünftig die Verfolgung eines 1/3-Ansatzes. 1/3 der Erlöse werden aus dem modifizierten und auf den Leser abgestimmten Traditionsgeschäft (klassisches Print- und Abo-Geschäft) stammen. 1/3 der Erlöse werden in Zukunft durch die Monetarisierung von digitalen Inhalten (z.B. ePaper etc.) erzielt. Und zu guter Letzt werden 1/3 der Erlöse durch neue Geschäftsmodelle erwirtschaftet, die jenseits des angestammten Kerngeschäfts liegen.

Doch welche Assets gibt es nun im Einzelnen und wie lassen sich diese konsequent für die Entwicklung von innovativen Online- und Offline-Geschäftsmodellen einsetzen?

Die Verlags-Marke steht für Qualität, Beständigkeit und Vertrauen. Sie eignet sich daher für jegliche Art eines plausiblen Markendehnungskonzepts. Die Print- und Online-Reichweite kann hervorragend genutzt werden, um neue eigene Geschäftsmodelle und Produkte erfolgreich zu bewerben. Durch professionelle Qualifizierung der Stammleserschaft und Abonnenten, erschließt sich für den Verlag ein vielseitig nutzbarer One-to-One Vertriebskanal. Medienunternehmen verfügen zudem neben einer qualifizierbaren Leserschaft auch über begabte Journalisten, die hochwertigen Content produzieren. Und in diesem Zusammenhang spielt dann auch Content-Marketing eine wichtige Rolle, denn mit der Aufbereitung und Verteilung von markennahen Inhalten, die auf die Interessen der jeweiligen Zielgruppe zugeschnitten sind, eröffnen sich innovative und aussichtsreiche Ertragsquellen.

Weiterhin lassen sich durch Attributierung und Geotagging der Inhalte neue Erlöse schaffen über die Zweitverwertung des Contents. Auch das konkurrenzlose Vertriebssystem, das Verlage mit ihrem flächendeckenden Außendienst (Anzeigenverkauf) beim stationären Einzelhandel aufgebaut haben, bietet vielfältige Möglichkeiten für neue Erlösmodelle.

Letztendlich entstehen gerade auch in der Kombination der existierenden Assets auf der einen Seite mit der lokalen Stärke der Zeitungsverlage auf der anderen Seite vielfältige und attraktive Anwendungsfälle, die je nach zukünftiger Positionierung näher beleuchtet werden müssen.

Wie dem auch sei. Der digitale Wandel ist beständig und die damit einhergehenden Herausforderungen müssen jetzt forciert werden. Denn zukünftig geht es um die Schaffung von echtem Mehrwert gegenüber Konkurrenzangeboten, der intelligenten Zweitverwertung von Inhalten sowie um die Diversifikation jenseits des Kerngeschäfts. Im Mittelpunkt der Entwicklung digitaler Produkte und neuer Geschäftsmodelle müssen die Kunden mit ihren Wünschen, Bedürfnissen und ihrem situationsbezogenen Nutzungsverhalten stehen. Der Weg dorthin bietet viele und insbesondere auch aussichtsreiche Chancen für eine Neuausrichtung der Medienunternehmen!

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